Tim Wiese: In die Zukunft investieren

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Tim Wiese (37) ist ehemaliger deutscher
Fußball-Nationaltorwart und bei Werder
Bremen eine Legende. Nach einer mehrjährigen
Zwischenstation bei der TSG 1899 Hoffenheim gab
er 2016 unter dem Namen „The Machine“ sein Debüt
als Wrestler. Inzwischen ist Tim Wiese Privatier
und Investor. Mit „Beyreuther – das Magazin für
Erfolg“ sprach er über die Faktoren seines Erfolges,
seine Investments und darüber, was die größte
Niederlage in seiner Karriere war.

„MAN MUSS IN DIE
ZUKUNFT
INVESTIEREN“
01// Wie hat Ihre Fußballer-Karriere angefangen? Haben Sie
schon als Kind auf dem Bolzplatz gespielt?
Mit sechs Jahren fing alles in meinem Heimatort nahe Köln bei
der DJK Dürscheid an. Ein Freund spielte im Verein und hat
mich mal mitgenommen. Ich war ganz gut und habe Spaß daran gefunden.
02// Haben Sie direkt als Torwart gespielt?
Nein, am Anfang war ich Stürmer und habe ein bis zwei Jahre in der F- und der E-Jugend gespielt. Durch Zufall wurde ich
dann gesichtet, wodurch ich nach Leverkusen in die E-Jugend
gelotst wurde. Dort habe ich zuerst als Stürmer gespielt. Nach
circa einem Dreivierteljahr bin ich ins Tor gewechselt, da ich ein
Achillessehnenproblem bekam. Bei einem Hallenturnier habe
ich dann stark gehalten. So bin ich Torwart geworden.
03// Sie sind also Keeper geworden, weil Sie eine Verletzung
hatten …
Ja. Das Problem mit der Achillessehne hatte mit dem Wachstum zu tun, in dem Alter ist das nicht ungewöhnlich. Damals
war ich 8, 9 oder 10. So wurde ich Torwart.
04// Wollten Sie von Anfang an Fußball-Profi werden?
Diesen Traum hatte ich ab der D- oder C-Jugend. Fast jeder
Junge, der Fußball spielt, träumt davon, in der Bundesliga zu
spielen oder Nationalspieler zu werden.

05// Haben Sie irgendwann beschlossen: Jetzt powere ich
richtig, um dieses Ziel auch zu erreichen?
Aktiv verfolgt habe ich dieses Ziel ab der C-Jugend, als ich 12
war. Was mich schon immer ausgezeichnet hat, war dieser Biss,
der absolute Wille und Ehrgeiz, der Beste zu werden und die
Konkurrenten schachmatt zu setzen.
06// In Bremen, wohin Sie 2005 gewechselt sind, waren Sie
ein Star. Im Zenit Ihres Erfolges sind Sie dann 2012 nach Hoffenheim gegangen. War das im Nachhinein eine gute Entscheidung?
Finanziell gesehen auf jeden Fall. Ich war 31
und wollte eigentlich zu Real Madrid wechseln. Doch davon haben mir damals viele
abgeraten: Zu der Zeit war Iker Casillas dort
Torwart. Es bestand die Gefahr, dass ich dort
nur auf der Bank sitze und keine Spieleinsätze bekomme.
07// Warum sind Sie nicht in Bremen geblieben?
Werder hatte nicht die finanziellen Möglichkeiten. Mesut Özil, Peer Mertesacker, Naldo,
sie alle waren plötzlich weg. Hoffenheim war zu der Zeit aufblühend.
08// Nach Ihrer Zeit in Hoffenheim sind Sie Wrestler geworden. Wie es kam es eigentlich dazu?
Es gab eine Anfrage von der WWE, ob ich mir das vorstellen
könnte. Wrestling war zu meiner Zeit in den Neunzigern eine
große Sache. Als Kind habe ich Figuren gesammelt und auf
Spielplätzen die Kämpfe nachgestellt. Als ich noch bei Hoffenheim unter Vertrag war, bekam ich eine Einladung: „Wie wäre
es, wenn du nach Amerika kommst ins Trainingszentrum und
dir das mal anschaust?“ Vor dem Start wollte ich den Vertrag
bei Hoffenheim erst auslaufen lassen. Daher hat es zwei Jahre
gedauert, bis ich meinen ersten Kampf hatte. In Amerika habe
ich zweimal für zwei Wochen trainiert, dann wieder nach Hause, dann wieder zwei Wochen.
09// Und dann?
Dann kam der erste Kampf. Alle waren sehr zufrieden und wollten, dass ich für drei Jahre nach Amerika gehe und dort und
hier Shows mache. Allerdings hätten meine
Familie und ich umziehen müssen. Orlando
ist auch nicht gerade die schönste Stadt in
Amerika. Meine Knochen waren vom Fußball ja auch schon ein bisschen lädiert und
das Wrestling-Training ist unheimlich hart,
richtige Knochenarbeit. Daher habe ich
mich dagegen entschieden.
10// Sie waren und sind sehr erfolgreich.
Was sind Ihre wichtigsten Faktoren für Erfolg, was hat Ihren Erfolg letztendlich ausgemacht?
Im Fußball war mein Erfolgsfaktor der Biss. Man muss härter
arbeiten als die anderen und den absoluten Willen haben, den
Konkurrenten auszuschalten. Wenn man dann Erfolg hat, darf
man nicht zu vielen Menschen vertrauen. Man bekommt viele
Angebote, sein Geld anzulegen, dabei sollte man sehr skeptisch sein. Viele wollen etwas vom Kuchen abhaben. Wichtig
ist es auch, bodenständig zu bleiben und nicht zu übertreiben.
Man kann sich einen gewissen Luxus leisten, aber man muss
nicht im Monat 60.000 bis 70.000 Euro ausgeben, zum Beispiel
für Uhren oder Schmuck für die Frau.

Ich persönlich sage: Man muss in die Zukunft investieren, in etwas, das künftig ein großer Markt sein wird. Allerdings bin ich
auch konservativ in solchen Dingen: Drei bis vier Prozent meines Vermögens investiere ich, mehr nicht. Mit Gerd Bernard
habe ich einen guten Vermögensberater an meiner Seite, der
mich bisher immer super unterstützt und beraten hat.

11// Was kostet Sie Ihr Leben im Monat denn ungefähr?
Ich denke mal circa 10.000 bis höchstens 12.000 Euro.
12// Das ist bemerkenswert wenig.
Was braucht man denn? Eine gute Versicherung, ein Haus, Essen und Trinken, Autos. Man braucht Kleidung, muss sie aber
nicht jeden Monat neu kaufen. Klar gibt es Leute, die sich en
masse teure Markenklamotten kaufen. Ich wüsste aber nicht,
für was ich im Monat 50.000 Euro ausgeben sollte.
13// Inzwischen sind Sie nicht nur Privatier und TV-bekannt
durch die Show „Superhero Germany“ auf Pro7 oder auch
als Fußball-Experte bei Sport1, Sie sind auch Investor. Worauf
achten Sie bei einem Investment?

14// In welche Projekte haben Sie investiert?
Zum Beispiel in ein Projekt, bei dem Eis aus Pulver hergestellt wird. Die Firma heißt „4 heroes“. Es ist ein Pulver, das
man ins Wasser schüttet, einmal umrührt und in die Maschine gibt. Nach fünf bis zehn Minuten erhält man Eis in einer
Qualität, die einen vom Hocker haut. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Kühlkette komplett wegfällt. Drei
Jahre hat der Produzent dieser Erfindung an diesem Pulver
gearbeitet und viel investiert.
15// Wie viel Geld haben Sie in dieses Projekt gesteckt?
Einiges. Aber nicht zu viel (lacht).
16// Eine Summe im sechsstelligen Bereich?
Ja.
17// Worin haben Sie noch investiert?
In 3D-Druck bzw. 3D-Scan der Firma Staramba. Wir haben
große Champions-League-Vereine und auch den Videospielehersteller Konami als großen Abnehmer. Konami verwendet
die 3D-Scans für ihr Spiel „Pro Evolution Soccer“. Während vor
sieben bis acht Jahren das Internet noch nicht eine große Bedeutung hatte, ist man heute ja nur noch online. Ich bin davon
überzeugt, dass in Zukunft jeder Mensch sein eigener Avatar in
der Virtual Reality sein wird. Um das zu verstehen, muss man
mal so eine VR-Brille aufgehabt haben. Dann sieht man, dass
man sich komplett in einer anderen Welt befindet. In Zukunft
wird man dort herumlaufen, sich unterhalten oder Dinge erleben können. Der zweite Bereich dieses 3D-Scan-Projektes ist der Bereich virtueller Porno. Irgendwann wird es einen
virtuellen Puff geben, in dem man virtuell Frauen beglücken
kann. Die 200 besten Pornostars der Welt wurden bereits eingescannt. Dieses Projekt wird über die Staramba-Tochterfirma
me.mento realisiert und nennt sich vrXcity.
18// Wenn man prominent und erfolgreich ist wie Sie: Wie
schafft man es eigentlich, nicht abzuheben?
Warum sollte ich abheben? Ich spiele noch immer Playstation mit Freunden und bin immer locker drauf, ich bin halt so.
Auch mein Vermögensberater Gerd Bernard hat mich auf dem
Boden gehalten. Er hat mir erzählt, was er schon mit anderen
Spielern erlebt hat, die viel Geld verloren haben. Geld kommt
schnell, wenn man Erfolg hat. Es kann aber auch ganz schnell
wieder verschwinden.

19// Sie sollen auf einem Parkplatz neulich einen Rentner
beleidigt haben und dafür
nun 25.000 Euro Strafe zahlen. Ist das eine der Schattenseiten des Prominentseins?
Man weiß ja: Ältere Menschen
haben mitunter nichts zu tun
und können sehr aufbrausend sein. Der Staatsanwalt
hat 65.000 Euro gefordert.
Bremen ist nicht gerade gut
betucht. Deswegen suchen
sie sich jemanden wie mich
raus, damit es zur Anklage
kommt. Mein Anwalt sagt: Solche Angelegenheiten passieren
tagtäglich und werden normalerweise fallen gelassen. Aber
in meinem Fall ist Geld zu holen. Der Opa wird davon nichts
bekommen, das Geld kriegt ja die Stadt oder das Land Bremen. Die sehen, dass ich Geld habe, daher sagen sie: Nehmen
wir es doch. Wenn man verschuldet ist, versucht man an Geld
zu kommen: Das ist meine Meinung dazu.

20// Sie sind ein großer Videospiele-Fan und spielen bei FIFASoccer in der zweiten Liga. Wie oft spielen Sie FIFA?
Ich spiele täglich ein bis zwei Stunden, wenn es die Zeit erlaubt.
Darüber hinaus mache ich aber auch jeden Tag Sport. Heutzutage geht es ja immer auch ums Battlen, dafür ist FIFA genau
das Richtige. Man kann online gegeneinander spielen, ohne
sich treffen zu müssen. Anschließend ist es immer schön, Leute
zu dissen, wenn man gewonnen hat.
21// Sie haben beruflich viel erreicht, Sie sind reich und noch
recht jung. Wie soll Ihr Leben weitergehen, welche Ziele haben Sie noch?
Dass die Firmen, an denen ich finanziell beteiligt bin, richtig erfolgreich werden. Je erfolgreicher sie werden, umso mehr Geld
habe ich.
22// Was machen Sie mit all dem Geld? Sie haben erzählt,
dass Ihr Lebensunterhalt relativ günstig ist und Sie nur verhältnismäßig wenig investieren …

Geld macht glücklich. Meine Frau ist Psychologin. Sie sagt,
dass Menschen durch Stress und Sorgen krank werden können. Es gibt nichts Schöneres, als ohne Sorgen einschlafen
zu können. Stress und Existenzängste machen einen kaputt.
Geld macht glücklich und gesund.
23// Was macht noch Glück aus außer Geld?
Familie und Gesundheit. Es kann auch mal schlecht laufen,
Hauptsache ist, dass die Familie gesund ist.
24// Wie gehen Sie mit Misserfolg um? Wenn Sie zum Beispiel mal bei FIFA-Soccer verlieren …
Das passiert sehr selten (lacht).
25// Wie sind Sie mit beruflichen Niederlagen umgegangen?
Man muss sich sagen: Ich weiß, was ich kann. Dann steht
man wieder auf und gibt Gas. Als Torwart bist du am Ende
entweder der Depp oder der Held.
26// Was war Ihre größte berufliche Niederlage?
Das Achtelfinale mit Werder gegen Juventus Turin 2006 (In
der 88. Minute ließ Wiese einen bereits gefangenen Ball aus
der Hand fallen, Juve-Spieler Emerson schoss ihn ins Tor,
Juve gewann 2:1, die Red.).
27// Wie lang haben Sie daran geknabbert?
Rund eine Woche lang. Man liest, was die Medien schreiben.
Das verunsichert einen. Viele werden dann unsicher. Aber
wenn man ein starkes Selbstbewusstsein hat, geht man
raus, wieder im rosa Trikot …. zu einer Zeit, als viele darauf geschimpft haben.
28// Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie bei Werder in
Rosa gespielt haben?
Der Ausrüster Kappa hat mir damals zur Auswahl mehrere
Trikots hingelegt. Als ich das rosafarbene gesehen habe,
habe ich gesagt: „Rosa? Das nehme ich!“ Die Vertreter
der Firma haben sich verwundert angeschaut und gesagt, dass sie nie damit gerechnet hätten. Ein rosa Trikot
ging zur damaligen Zeit gar nicht. Doch ich fand’s geil. In
Hamburg hat man mich damals aufs Übelste beschimpft.
Irgendwann, weil es zu viel Aufruhr gab, durfte ich es von
Werder aus nicht mehr anziehen. Heute spielt auch der
HSV in Rosa. Ich war damals
Trendsetter.

 

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